DANIEL MAN

"game over, insert coin"



Ausstellungeröffnung: 06.06.2018 um 19.00Uhr
Dauer der Ausstellung: 7 Juni bis 8 September 2018


Mit game over, please insert coin zeigt die Galerie Andreas Binder erstmals Arbeiten des Künstlers Daniel Man.
Papierschnitte und Wandmalerei fügen sich im von ihm gestalteten Ausstellungsraum zu einem räumlich gebundenen und interagierenden Gesamtkunstwerk.
Die bewusst eingesetzte Wechselwirkung zwischen den unterschiedlichen Medien basiert dabei – in Anlehnung an das daotische yin-yan-Prinzip – auf der Maxime von These und Antithese. Kräftige, nuancierte Farben werden sowohl kontrastierend als auch harmonisierend kombiniert, während geometrische Formen amorphen, organischen Strukturen gegenüber stehen. Abstraktion trifft auf Figuration, Text auf Bild, traditionelle Handwerkskunst auf StreetArt.
So konzeptuell dieser Grundansatz erscheinen mag, so wenig ist Daniel Mans künstlerische Vorgehensweise rational bestimmt. Vielmehr entstehen seine Werke in einer Art unterbewusstem Prozess, den der Künstler selbst von außen beobachtet und der schließlich ausschlaggebend ist für den hohen Grad an Authentizität und Unmittelbarkeit, die von seinen Arbeiten ausgehen. Und so sind auch die konzeptionell erscheinenden Dichotomien, die im künstlichen Raum zu Einheiten verschmelzen, schließlich nicht nur Ausdruck des individuellen Künstlers als Subjekt, sondern auch ein Spiegel kollektiver gesellschaftlicher Gegebenheiten. Die Übersetzung der Wandmalerei in den institutionalisierten Ausstellungsraum ist somit als Reaktion des langjährigen Graffiti-Künstlers auf den Verlust räumlicher und kultureller Orientierung als Folge der globalen Mobilisierung zu verstehen. Hier schafft er - wenn auch nicht zeitlich, so doch räumlich - beständige Werke, die das Innehalten in einer Welt der Ruhelosigkeit und gleichzeitig die Abgrenzung zur Mobilität des globalen Kunstmarkts ermöglichen.
Der Ort selbst bleibt jedoch in seiner ganzen Kontingenz mobiler Bezugspunkt. Die Visualisierung der Mobilität als eigentliche Konstante des heutigen Daseins wird so zum inhaltlichen Kernstück von Daniel Mans Kunst, die den Raum kunstwerkimmanent, institutionell kontextualisiert und als universale Gegebenheit begreift.

Galerie Andreas Binder
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